RLZ Jungfrau stellt Kader für die Saison 2011/12 vor

Fit für den Winter

27 Nachwuchsfahrer auf dem Weg nach oben

Mehr Training, weniger Schule: Dank den Strukturen des neu gegründeten Regionalen Leistungszentrums (RLZ) Jungfrau werden 27 junge Ski-Talente aus der Region gezielt und intensiv gefördert. Ziel des RLZ ist es, dass einige von ihnen den Sprung ins Nationale Leistungszentrum nach Engelberg schaffen. Es ist Freitagnachmittag, 16.30 Uhr. Die meisten Schüler stimmen sich um diese Zeit schon aufs Wochenende ein. Nicht so jene, die in der kommenden Saison zum Kader des neu gegründeten Regionalen Leistungszentrums RLZ Jungfrau gehören. Insgesamt 27 sind es an der Zahl, alle sind sie zwischen elf und 15 Jahre alt und kommen vom Bödeli und aus Gemeinden der Lütschinentäler. Für sie steht noch eine harte Trainingseinheit auf dem Programm, ehe sie ins verdiente Wochenende gehen können: In der General-Guisan-Turnhalle in Interlaken absolvieren sie unter der Leitung von Konditionstrainerin Fleur Steiner Rumpfbeugen, springen so schnell wie möglich aufs Bänkli und wieder runter oder machen Sprintübungen. Kurze, intensive Einheiten und wenn der Piepston erklingt, können sie wieder für einige Sekunden durchatmen und Pause machen.

30 Gletschertage bis November

Der besagte Freitag war nicht irgendein Freitag, sondern jener, an dem das RLZ sein Kader 2011/12 offiziell vorstellte. Es ist die erste Saison, in der unter dem offiziellen RLZ-Label trainiert wird. Für die 27 Nachwuchsathleten hat dies viele Vorteile: Für sie wird in der Schule der Stundenplan angepasst und zweimal in der Woche können sie sich am Nachmittag vom Unterricht dispensieren lassen, sodass sie gezielt und unter professioneller Leitung mit dem Kader trainieren können. Das Training begann bereits Mitte Mai: Dreimal in der Woche absolviert der Skinachwuchs ein intensives Konditionstraining. Zusätzlich stehen – vorwiegend am Wochenende – bald auch Trainings auf dem Gletscher in Saas Fee auf dem Programm. Bis im November auch weiter unten Schnee liegt, wird das Kader schon 30 Schneetage hinter sich haben. RLZ-Cheftrainer Peter Wyss betont im Übrigen, dass es dem Trainerstaff zwar primär, aber nicht ausschliesslich darum geht, aus den Schützlingen gute und bessere Skifahrer zu machen: «Wir wollen ihren Horizont erweitern. Wir wollen, dass sie Freude haben an dem, was sie machen, und dass sie dank dem Skifahren viel Schönes erleben können.» Denn wenn die jungen Athleten das Skifahren in den Bergen der Region geniessen, stünden auch die Chancen gut, dass sie sich hier später selbst für den Nachwuchs engagieren. Das Hauptziel ist aber klar: «Wir wollen möglichst in jeder Saison einen oder mehrere Athleten ins Nationale Leistungszentrum (NLZ) nach Engelberg schicken können.»

Bildung hat Priorität

Die RLZ-Strukturen bedeuten nicht nur für die Nachwuchsfahrer einen Mehraufwand. Auch ihre Lehrer sind gefordert: Sie müssen gegebenenfalls Stundenpläne anpassen, müssen den RLZ-Athleten den Schulstoff entweder früher oder später aufgeben als der übrigen Klasse und müssen bei Bedarf auch zur Verfügung stehen, falls jemand wegen des grossen Trainingsaufwands plötzlich in der Schule Mühe bekundet. Sollte aus anfänglicher Mühe gar plötzlich ein ernsthaftes Problem werden, würde man den Trainingsaufwand runterschrauben: «Auch wenn wir die Athleten sportlich so gut wie möglich fördern wollen: Die Schulbildung hat nach wie vor Priorität», betont Cheftrainer Wyss. Probleme dieser Art seien bis anhin aber nicht aufgetaucht, die jungen Sportler würden sich sehr gewissenhaft verhalten. Müssen sie ja auch, denn so steht es in der RLZ-Charta: Diese verlangt von ihnen, dass sie – egal in welchem Bereich – stets vorbildlich und anständig auftreten.

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