RLZ Jungfrau nimmt Formen an

Skinachwuchs

Koordinationsteam sieht Gründung bis Ende Jahr vor

Damit aus hoffnungsvollen Talenten einst Spitzenfahrer werden, ist eine optimale Nachwuchsförderung nötig. Dazu zählt auch, dass die jungen Athleten Schule und Sport gut koordinieren können. Mit der Gründung des RLZ Jungfrau, die bis Ende Jahr geplant ist, soll genau dies erleichtert werden.
Fährt sie auch bei den 'Grossen' noch allen davon? Dank dem RLZ Jungfrau wird der Ski-Nachwuchs aus der Region künftig noch intensiver gefördert.

Fährt sie auch bei den 'Grossen' noch allen davon? Dank dem RLZ Jungfrau wird der Ski-Nachwuchs aus der Region künftig noch intensiver gefördert.

Das Thema ist nicht neu: Kaum ein Athlet aus der Region hat in den vergangenen Jahren den Sprung in ein Kader von Swiss-Ski geschafft. Seit langer Zeit wurde nur knapp eine Hand voll Fahrer des BOSV vom Dachverband aufgeboten, aus dem Mikrokosmos Jungfrau ist Martina Schild die einzige. Damit sich dies langfristig ändert und «damit auch das Berner Oberland in Zukunft wieder an Weltmeisterschaften vertreten ist» – wie BOSV-Präsident Johnny Wyssmüller sinnierte – braucht es gut organisierte und strukturierte regionale Leistungszentren RLZ. In Saanen etwa hat sich ein solches bereits bewährt. Auf dem Bödeli und in den Lütschinentälern nimmt das RLZ Jungfrau immer mehr Formen an.

Kooperationsvertrag mit Schulen

Mit den RLZ soll die Nachwuchsförderung in der Region nachhaltig gefestigt werden. Ziel dabei ist es in erster Linie, optimale Voraussetzungen für die jungen Athleten in den Bereichen Schule und Sport zu schaffen. Das Koordinationsteam des RLZ Jungfrau orientierte Eltern und Athleten an einer Informationsveranstaltung in der Schule Bönigen darüber, wie Schule und Training konkret koordiniert werden können, sodass das Kind in seinem Leistungsvermögen weder auf schulischer noch sportlicher Ebene beeinträchtigt wird. Das RLZ Jungfrau sieht dafür einen Kooperationsvertrag mit der jeweiligen Schule des Athleten vor. Ein solcher beinhaltet etwa, dass die Nachwuchsfahrer nötige Dispensationen für Trainingseinheiten, Wettkämpfe oder zur Regeneration erhalten. Dazu zählen auch Stunden- und Trainingspläne, die auf die Bedürfnisse der Athleten ausgerichtet sind. Der Kooperationsvertrag legt gegebenenfalls auch Fördermassnahmen seitens der Schule fest, falls Schüler aufgrund verpassten Schulstoffs Aufgabenhilfe benötigt.

Verhaltenscharta für Athleten

Damit die Nachwuchsfahrer von den verbesserten Voraussetzungen profitieren können, müssen die Eltern der Schule lediglich eine Bestätigung des Verbands zukommen lassen, die belegt, dass ihr Kind zum RLZ-Kader gehört. Auch die Athleten ihrerseits müssen dabei jedoch Verantwortung übernehmen. Bevor sie einen Nutzen aus dem abgestimmten Schul- und Trainingsangebot ziehen, unterschreiben sie eine Verhaltenscharta: Mit dieser verpflichten sie sich unter anderem dazu, sowohl in der Schule als auch im Sport nach guten Leistungen zu streben, sich diszipliniert zu verhalten oder sich «in Bezug auf Nikotin, Alkohol, Drogen und Dopingmittel vorbildlich zu verhalten», wie ein Beispiel des Projekts Talentförderung in der Region Thun zeigt. Sollte der Athlet die Charta nicht einhalten, hat die Schule das Recht, ihm beispielsweise Dispensationen zu verweigern.

Gründung bis Ende Jahr

Zurzeit trainiert die Trainingsgruppe A bereits in den Strukturen des RLZ Jungfrau. Dieses bietet bis zu vier Trainings pro Woche sowie zusätzliche Trainings am Wochenende an, im Winter werden Trainings an zwei schulfreien Nachmittagen angeboten. Spätestens ab der Saison 2011/12 soll das RLZ Jungfrau dann fest verankert sein und sämtliche Trainingsgruppen von den entsprechenden Strukturen profitieren. Bereits konnte das verantwortliche Team mit dem Gsteigwiler Bernhard Häsler – seinerseits Schulinspektor im Amt Interlaken sowie Mitglied der Fachkommission Sport des Kantons Bern – einen geeigneten Koordinator finden, der zwischen den Schulen, dem RLZ und dem BOSV vermitteln wird. Das Budget fürs RLZ Jungfrau ist im Grundsatz bereits erstellt. Und dank den bereits bestehenden Organisationen und Beiträgen von Seiten der Athleten und des Verbandes ist auch die Finanzierung des RLZ für die laufende Saison bereits sichergestellt, Sponsorengelder für die kommende Saison werden nach der definitiven Gründung gesucht. Das Koordinationsteam will die Organisation RLZ spätestens bis zum Jahresende statutarisch und als juristische Person gründen.

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