Der Winter ohne Anfang

„Immerhin haben wir eine gute Piste“ dürfte das Fazit des Herbstes sein. Viel Schnee lag nun wirklich nicht und viele Teams mussten sich bekanntlich nach der Decke strecken. Sportlich konnte das RLZ Jungfrau im Winter von den verhältnismässig guten Bedingungen im Herbst profitieren. Das Bild von Nadja Lausegger an der Salzegg beim Skilift Eigerwand unterstreicht dies. Die im Herbst gesteckten Ziele wurden erreicht.

Die Herausforderung war gross im Herbst, die Frage nach möglichen Trainingspisten allgegenwärtig. Dem Eiger sei Dank, hatte das RLZ diesbezüglich deutlich weniger Probleme, als andere Regionen. An der Salzegg beim Skilift Eigerwand stellte die Jungfrau Ski Region eine einwandfreie Piste zur Verfügung, die zeitweise von zahllosen Teams benützt wurde. An einzelnen Tagen vor Weihnachten ähnelte das Bild einer Trainingsszenerie auf einem Gletscher im Sommer.

Jammern wäre beim RLZ Jungfrau kaum angebracht, obwohl natürlich eine etwas flachere Piste für das Training anfangs Winter, insbesondere für einige technische Übungen, optimaler gewesen wäre. Nun gut, immerhin hatten wir eine wirklich gute Piste.

Sportlich dürfen viele mit sich zufrieden sein. Allen voran Nadja Lausegger. Cheftrainer Yves de Roche: „Ihr 5. Platz beim nationalen Vergleich im Slalom von Zinal sowie die beiden zweiten Plätze bei den interregionalen Rennen zeigen, dass sie zur Spitze ihrer Altersklasse gehört“. Wohlverstanden, Lausegger gehört mit Jahrgang 2000 zu den Jüngeren ihrer Kategorie. Nicht so beim GP Migros, bei dem es pro Jahrgang eine Kategorie gibt. Sie nutzte diese Chance und gewann beim Finale in Les Crosets den Riesenslalom gegen die versammelte nationale 2000er Spitze.

Erwähnenswert sind auch die Leistungen von Michelle Hurni. Im Leki Cup konnte sie sich unter anderem dank den vier Siegen den zweiten Gesamtrang sichern. Auch Gian Adank und Enya Gruber überzeugten mit starken Leistungen und Podestplätzen.

Wie in einem Kader auf Stufe RLZ so üblich, gibt es aber nicht nur herausragende Leistungen. „Einige müssen sich zwingend technisch steigern, um den Anschluss herstellen zu können“, meint de Roche. Auf Ihn und seine Trainercrew wartet viel Arbeit im Sommer. Die Vorbereitungen diesbezüglich laufen auf Hochtouren. Das RLZ Jungfrau wird für den nächsten Winter bereit sein und wieder voll angreifen.