"Hiti" überrascht alle ...

Hiti: 5. Platz an SM

Eine RLZ Jungfrau Jacke an einer SM-Siegerehrung: „Hiti“ (zweiter v.l.)

"Hiti" überrascht alle - sogar seine Trainer im RLZ Jungfrau! Christian "Hiti" Michel vom RLZ Jungfrau ist 5. im Super-G der Jugend Schweizermeisterschaften. Sein Weg an die nationale Spitze ähnelt einer Hollywoodgeschichte.

Michel verpasste im Frühjahr den Sprung ins BOSV Kader und kämpfte im RLZ Jungfrau weiter. Erst vor zwei Wochen ebnete sich "Hitis" Weg. Christian Michels Telefon klingt am frühen Dienstagmorgen. Am Apparat ist RLZ Jungfrau Cheftrainer Yves de Roche: "Hiti, pack d Ski, Chöli (Marco Kohler, Meiringen) isch Chrank, Du chasch az Interregionale Speed Training uf Davos!" Durch einen Zufall also beginnt die unglaubliche Reise, von Christian Michel.

Er geht nach Davos und kann von Anfang an an der Spitze mitmischen. Es zeichnet sich sogar ab, dass der RLZ Jungfrau Athlet der beste Berner Oberländer in den kommenden Speed Rennen sein könnte.

Am vergangenen Sonntag machte Christan Michel aus dem "sein könnte" ein "ist". "Hiti" gewinnt den ersten Leki JO Cup Super-G am Lauberhorn und bestätigt seine Leistung mit dem zweiten Platz im zweiten Rennen. Im zweiten Super-G fährt mit Thomas Baumann als drittem sogar noch ein zweiter RLZ Jungfrau Fahrer aufs Podest. In beiden Rennen war Michel also der bester Berner Oberländer. Seine Ambitionen für ein Aufgebot für die
Schweizermeiaterschaften legte er damit diskussionslos auf den Tisch.

Eine Woche später steht Christian Michel tatsächlich am Start bei den Super-G Jugend Schweizermeisterachaften. "Top 10 wäre super", meint der Vater von "Hiti", Böniger Gemeinderat Ueli Michel, vor dem Start. Die Nervosität ist ihm anzumerken. Für die Eltern Michel und die Betreuer vom RLZ Jungfrau und vom Berner Oberländischen Skiverband, beginnt das lange Warten.

Christan Michel startet erst mit Nummer 88, als 43. Knabe. Als erstes starten die Favoriten, alles Knaben, die auch in Davos in der Vorwoche trainierten. Prompt legen sie die Messlatte für den Rest. Allen voran der spätere Schweizermeister Lucien Barandun. Erst mit der 79 startet Frank Schafer, der Freiburger, der am Lauberhorn erster und zweiter war, genau wie Michel. Schafer holt den vierten Platz und macht klar, dass ein Top 10 Resultat nicht nur ein michelscher Vatertraum, sondern realistisch ist.

Unterdessen fährt Marco Kohler, der durch seine Krankheit Michel erst alles ermöglichte. 19. Schlussrang, angesichts der Umstände ein beachtlich Resultat.

Dann der ersehnte Moment: Am Start steht die Nummer 88 Christian Michel. Er zeigt was er drauf hat und fährt als einziger mit einer Nummer über 80 in die ersten 5. Zeitgleich mit zwei weiteren Rennläufern. Der Speaker im Ziel bringt nur ein „Oh la la“ über die Lippen „das ist ja eine Topzeit, 1:01:95, Platz 5.“

Christian Michel selber strahlt über alle Backen und meint trocken: „es isch so geil!“. Auch RLZ Jungfrau Chefttrainer Yves de Roche ist nach dem Rennen überglücklich: „Ich kann kaum glauben, dass einer unserer Jungs so weit vorne landet!“. Noch glücklicher wird de Roche, als Thomas Baumann aus Grindelwald mit der Startnummer 107 komplettiert das super Ergebnis vom RLZ Jungfrau. Er fährt auf den 25. Platz von immerhin 83 gestarteten Athleten.

Unter dem Strich zeigt der Erfolg Michels, dass das neue System zu funktionieren scheint. Michel verpasst im Frühling den Sprung ins BOSV Kader, kann aber dank dem RLZ Jungfrau weiter fahren. Nun steht er als bester Berner Oberländer im Speed Bereich da und darf auf einen weiteren Karriereschritt hoffen.

Bravo "Hiti" u „Buume“
Härzlichi Gratulation, eui RLZ Jungfrau Familie

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